Abschlussdatum: November 2024 ; Literaturverzeichnis: Seite 112-131
Forschungsbericht
Bisher gibt es in Deutschland nur wenige Erhebungen zu klimawandelbezogenen psychischen Belastungen, die beispielsweise aufgrund von Angst vor den Folgen des Klimawandels (sogenannte Klimaangst) oder durch die Betroffenheit von Klimawandelauswirkungen wie zunehmenden Extremwetterereignissen auftreten. Auch zur Frage, welche Resilienzfaktoren (z. B. bestimmte Formen des psychischen Umgangs mit dem Klimawandel und seinen Folgen) klimawandelbezogene psychischen Belastungen reduzieren können, fehlt es an Forschung. Vor diesem Hintergrund war es Ziel des Forschungsvorhabens "Mentale Auswirkungen des Klimawandels", in einem ersten Projektschritt - aufbauend auf einer umfangreichen Analyse internationaler Publikationen im Themenbereich - repräsentative Befragungsdaten zu erheben, die vor allem die selbstberichteten psychischen Auswirkungen des Klimawandels in der bundesdeutschen Bevölkerung erfassen und Aussagen dazu ermöglichen, welche Resilienzfaktoren vor psychischen Belastungen aufgrund des Klimawandels schützen können. Weiteres Ziel der Befragung war ein besseres Verständnis des Verhaltens zur Anpassung an den Klimawandel in der bundesdeutschen Bevölkerung. Die im Jahr 2023 durchgeführte Befragung mit rund 1300 Befragten zeigte, dass sich 21 Prozent der Befragten sehr stark durch den Klimawandel belastet fühlten, aber Werte der Klimaangst, der empfundenen Belastungen durch lähmende Klimaemotionen (z.B. verzweifelt, frustriert, kraftlos) und aktivierende Emotionen (z. B. angewidert, verärgert, verbittert) sowie der Symptomatiken für extremwetterbezogene Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) unter den Befragten eher niedrig ausgeprägt waren. Auch das Verhalten zur Anpassung an den Klimawandel war eher gering ausgeprägt. Von den erfassten Resilienzfaktoren hatten das sinnfokussierte Coping, das sich vor allem auf das Vertrauen in die Lösbarkeit des Klimaproblems bezog, und ein guter Zugang zu Naturräumen die meisten Zusammenhänge mit klimawandelbezogenen psychischen Belastungen: Je ausgeprägter das sinnfokussierte Coping und je besser der Zugang zu Naturräumen war, desto niedriger waren die Klimaangst sowie die Belastungen durch lähmende und aktivierende Klimaemotionen. In einem zweiten Projektschritt wurde auf Grundlage internationaler Studien, der Auswertungsergebnisse der Befragung und auf Basis von Expert*inneninterviews ein "Ratgeber für mentale Gesundheit im Klimawandel" erarbeitet, der sich an Menschen richtet, die den Klimawandel und seine Folgen als psychisch herausfordernd wahrnehmen und nach Möglichkeiten suchen, einen gesunden Umgang mit den damit verbundenen Belastungen zu finden.
So far, there have been only a few surveys in Germany on climate change-related mental health issues, which may arise, for example, from fear of the consequences of climate change (so-called climate anxiety) or from being affected by climate change impacts such as increasing extreme weather events. There is also a lack of research on the question of which resilience factors (e.g. certain forms of psychological coping with climate change and its consequences) can reduce climate change-related mental health issues. Against this background, the aim of the first step of the research project "Mental Impacts of Climate Change" was - based on a comprehensive analysis of international publications in the subject area - to collect representative survey data that primarily records the self-reported psychological effects of climate change in the German population and enables conclusions about which resilience factors can protect against psychological stress due to climate change. Another aim of the survey was to gain a better understanding of how the German population is adapting to climate change. The 2023 survey, with around 1300 respondents, showed that 21 percent of respondents felt very strongly affected by climate change, but levels of climate anxiety, perceived stress from paralyzing climate emotions (e.g. despair, frustration, powerlessness) and activating emotions (e.g. disgust, anger, bitterness) as well as the symptoms of extreme weather-related post-traumatic stress disorders (PTSD) were rather low among the respondents. The reported climate change adaptation behavior was also rather low. Of the resilience factors included in the survey, meaning-focused coping, which was primarily related to trust in the solvability of the climate problem, and good access to natural spaces had the strongest connections with climate change-related psychological stress: the higher the meaning-focused coping and the better the access to natural spaces were reported, the lower were climate anxiety and the stress caused by paralyzing and activating climate emotions. In a second step of the project, a “Guide to Mental Health in a Changing Climate” was developed on the basis of international studies, the results of the survey and expert interviews. It is aimed at people who perceive climate change and its consequences as a psychological challenge and are looking for ways to deal with the associated stress in a healthy way.
Umwelt und GesundheitREFOPLAN des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz
Die Studie zum Umweltbewusstsein im Jahr 2024 zeigt, dass der Schutz von Umwelt und Klima für die Mehrheit der Menschen in Deutschland weiterhin einen hohen Stellenwert hat. Allerdings nimmt die Bedeutung dieses Themas seit 2022 ab. Als dringlicher empfinden viele beispielsweise die Situation im Gesundheits- und Bildungssektor und die wirtschaftliche Entwicklung. Mit Blick auf die Folgen des Klimawandels schwindet zunehmend der Optimismus in der Bevölkerung: Nur noch ein knappes Drittel der Befragten ist davon überzeugt, dass Deutschland die Folgen des Klimawandels bewältigen kann. Die Mehrzahl der Befragten hält es folglich für unumgänglich, sich an den Klimawandel anzupassen – insbesondere aus gesundheitlichen Gründen: Zwei Drittel fühlen sich durch Hitzeperioden gesundheitlich belastet. Über 80 Prozent sehen deutlichen Bedarf, den Schutz vor Hitze zu verbessern. Mit der Studie wird seit 1996 im Zweijahresrhythmus untersucht, wie sich Umweltbewusstsein und Umweltverhalten in Deutschland entwickeln. Für die aktuelle Studie wurden im Herbst 2024 rund 2.500 Personen im Rahmen einer repräsentativen Umfrage befragt. Die Studie bietet eine sozialwissenschaftlich fundierte Grundlage für die Umweltpolitik und Umweltkommunikation und richtet sich an die fachlich interessierte Öffentlichkeit.
Ziel dieser Pilotstudie war es, ein Konzept für repräsentative Befragungen zu entwickeln und zu erproben, mit dem das Umweltbewusstsein in Unternehmen ermittelt werden kann. Es wurde ein Befragungsdesign zur Untersuchung von umweltbezogenen Einstellungen und umweltbewusstem Handeln bei Beschäftigten und Unternehmensleitungen sowie den wahrgenommenen Umweltleistungen in Unternehmen (mit Sitz in Deutschland) entwickelt und erprobt. Dazu wurde eine systematische Literaturanalyse über Studien durchgeführt, die sich in den letzten Jahren mit dem Umweltbewusstsein in Unternehmen bzw. der Bedeutung von Umweltthemen für Unternehmen und Beschäftigte befasst haben. Auf dieser Grundlage wurde ein Befragungskonzept entwickelt und im Rahmen eines Fachgesprächs diskutiert und angepasst. Im Rahmen einer Online-Befragung (n=400) wurde das Befragungskonzept erprobt und durch qualitative Interviews mit Führungskräften ergänzt. Die Ergebnisse zeigen ein differenziertes Bild davon, wie Beschäftigte die Umweltleistungen der Unternehmen, in denen sie beschäftigt sind, wahrnehmen und beurteilen. Etwa die Hälfte der Befragten sah große Möglichkeiten für ihr Unternehmen, mehr für den Umweltschutz zu tun. Die Chancen und Risiken, die für ihr Unternehmen mit dem ökologischen Wandel verbunden sein können, hielten sich aus Sicht der Mehrheit der Beschäftigten die Waage. Die Ergebnisse zeigen zudem auf, welche eigenen Beiträge die Befragten in ihrer Rolle als Beschäftigte für den Umweltschutz leisten (können). Schließlich wurden Empfehlungen für zukünftige Studien zum "Umweltbewusstsein in Unternehmen" formuliert.
The aim of this pilot study was to develop and test a concept for representative surveys that can be used to determine environmental awareness in companies. A survey design was developed and tested to investigate environmental attitudes and environmentally conscious behavior among employees and company management as well as the perceived environmental performance of companies (based in Germany). For this purpose, a systematic literature analysis was conducted of studies that have dealt with environmental awareness in companies and the importance of environmental issues for companies and employees in recent years. A survey concept was developed on this basis and discussed and adapted during an expert meeting. The survey concept was tested in an online survey (n=400) and supplemented by qualitative interviews with managers. The results show a differentiated picture of how employees perceive and assess the environmental performance of the companies in which they work. Around half of those surveyed saw great opportunities for their company to do more for environmental protection. The opportunities and risks that could be associated with ecological change for their company were balanced in the view of the majority of employees. The results also show what contributions the respondents (can) make to environmental protection in their role as employees. Finally, recommendations for future studies on "environmental awareness in companies" were formulated.
Texte / UmweltbundesamtREFOPLAN des Bundesministeriums Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz
Innovations and challenges of the energy transition in smart city districts Berlin : De Gruyter, 2024 (2024), Seite 91-108 1 Online-Ressource (LXXV, 654 Seiten)
Innovations and challenges of the energy transition in smart city districts Berlin/Boston : De Gruyter, 2024 (2024), Seite 91-108 1 Online-Ressource (667 p.)
Mentale Auswirkungen durch den Klimawandel sind vielfältig und können von diffusen Zukunftsängsen bis hin zu manifesten psychischen Erkrankungen reichen. Dieser Ratgeber bietet eine Orientierung, wie Sie inmitten des Klimawandels Ihr psychisches Wohlergehen und das Ihrer Mitmenschen stärken können. Er richtet sich an Menschen, die den Klimawandel und seine Folgen als psychisch herausfordernd wahrnehmen und nach Möglichkeiten suchen, einen gesunden Umgang mit den damit verbundenen Belastungen zu finden. Der Ratgeber gibt Antworten auf Fragen welche Belastungen durch den Klimawandel es gibt und welche auf mich zutreffen, warum mentales Wohlbefinden so wichtig ist und wovon es abhängt, sowie mit welchen konkreten Strategien das mentale Wohlbefinden gestärkt werden kann.
Hitze, Trockenheit und Starkregen Berlin : Deutscher Städte- und Gemeindebund (DStGB), 2022 (2022), Seite 31-32 1 Online-Ressource (50 Seiten, 12,5 MB)