Kinderszenen. In einfachen, eingängigen Versen spricht Jens Thiele, Bilderbuchautor und renommierter Bilderbuchfachmann, Situationen und Gefühle an, die alle Kinder kennen. Da gibt es Lustiges und Komisches wie: "Wenn auf den grünen Hügeln die Zwerge Wäsche bügeln". Und Trauriges: "Wenn an einem trüben Tag dein bester Freund dich nicht mehr mag". Zärtliches wie: "Wenn beim Spiel im warmen Sand ein fremder Hund leckt deine Hand". Und Träumerisches: "Wenn du in den Himmel schaust und ein Haus aus Wolken baust". Auf jeweils 3 "Wenn"-Geschichten folgt ein "Dann", das die Gefühle benennt, um die es geht: Lachen, Weinen, Fühlen und Mitfühlen, Träumen. Mit seinen bei einer gewissen formalen Strenge fantasievoll in Collagetechnik gearbeiteten Illustrationen hat Thiele dafür eindrucksvolle Bilder gefunden, die - ungeachtet einer etwas intellektuellen Diktion - alles leicht nachvollziehbar, sozusagen greifbar machen. Schön die sorgsam aufeinander abgestimmte Farbgestaltung von Text- und Bildseiten. Empfohlen; geeignet auch als Einstieg für Gespräche in Gruppen über das Thema Gefühle. Ab 5
Korte, Helmut, 1942 - Einführung in die systematische Filmanalyse 4., neu bearbeitete und erweiterte Auflage Berlin : E.Schmidt, 2010 (2010), Seite 216-260 269 Seiten
Bilder- und Kinderbücher, die sich den verdrängten und verschwiegenen Themen heutiger Kindheit wie Einsamkeit, Vernachlässigung, Gewalt und Armut zuwenden, unterlaufen häufig, auch in ihren ästhetischen Formen, den 'Schonraum Kindheit'; sie relativieren die traditionellen pädagogischen Setzungen und suchen den authentischen, unmittelbaren Zugang zu kindlichen Erlebnisweisen. Dabei erweist sich Kinderliteratur als ein Medium, das nicht nur die offenkundigen und spektakulären Fälle kindlicher Not aufgreift, die in den Medien beklagt werden, sondern auch den differenzierten, leisen Tönen Raum gibt. In welchem Spannungsverhältnis stehen fiktionale Kinderliteratur und soziale Realitäten? Der vorliegende Band stellt literatur- und bildwissenschaftliche Fragen an ein Thema, das nicht nur in der kinderliterarischen Forschung einer genaueren Wahrnehmung bedarf. <dt.>