VInhalt -- 1Figuren der Diagnostik: Einleitende Überlegungen / / Till Huber, Sabine Kyora -- 19Literarische Figuren und Diagnostik20 -- 21"Ich begann nach und nach zu untersuchen" / / Urte Helduser -- 41"Die wird nich wieder." Diagnostik in Theodor Fontanes Stine / / Lars Korten -- 55"[O]hne dass diese Frau die Wahrheit erräth oder ahnt" / / Anja Schonlau -- 75Infektiologische Diagnosen, blutende Körper / / Martina King -- 103Mittel zur Aufklärung und Entstigmatisierung oder lediglich ,dramaturgisches Vehikel'? / / Ella M. Karnatz -- 125Rhetorische Figuren und literarische Verfahren der Diagnostik126 -- 127Denkzwang: Wahnsinn und Methode in Daniel Paul Schrebers Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken / / Elisabeth Strowick -- 141Diagnostik zwischen Medizin und Gesellschaft: Psychosomatik literaturwissenschaftlich / / Sophie Witt -- 167,Prosa Nova' / / Thomas Boyken -- 187Zeit der Diagnose / / Mona Baie -- 207(Zeit-)Diagnostik bei Rainald Goetz / / Sabine Kyora -- 221Autorinszenierung und diagnostisches Wissen222 -- 223Jenseits von Ätiologie, Epidemiologie und Diagnostik? / / Philipp Pabst -- 241Medizinische Diagnostik und editorische Praxis auf dem Prüfstand / / Christine Kanz -- 263Der unzuverlässige Autopathograph in Peter Kurzecks Mein wildes Herz / / Till Huber
Der Aufsatzband geht der Frage nach der Verknüpfung von medizinischem Wissen und ästhetischem Verfahren nach, im Mittelpunkt steht das Narrativ der Diagnose als Verbindung zwischen medizinischem, literarischem und gesellschaftlichem Diskurs. Den Ausgangspunkt des Bandes bildet die Hypothese, dass literarische Texte etwa ab 1800 bis in die Gegenwart hinein ,diagnostische Schreibweisen' entwickeln und so Diagnostizieren als ein für die Moderne typisches Narrativ etablieren. Bei der Analyse von Figuren der Diagnostik wird in einem ersten Schritt textintern nach literarischen Figuren gefragt, die diagnostizieren oder denen eine Diagnose gestellt wird. Untersucht werden Ärzte, Patienten und Situationen des Diagnostizierens, die in literarischen Texten seit Mitte des 19. Jahrhunderts dargestellt werden. In diesem Zusammenhang stellt sich bei der Verknüpfung von medizinischer und literarischer Diagnostik auch die Frage nach rhetorischen Figuren: Denn literarische Verfahren können unabhängig von den beteiligten Akteuren als ,diagnostische Schreibweisen' untersucht werden. Das heißt, dass in literarischen Texten nicht nur medizinnahe Sujets übernommen werden, sondern Krankheitsverläufe ästhetisiert und damit einem literarischen Prinzip untergeordnet werden. So können sie versuchen, die medizinische Logik außer Kraft zu setzten. Schließlich sind auch Schriftsteller-Ärzte und Schriftsteller als Akteure innerhalb des Narrativs zu untersuchen. Zumindest für die Ärzte unter ihnen ist dabei die klinische Ausbildung zum Diagnostiker von Bedeutung
Untersuchungen zur deutschen Literaturgeschichte
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