von Helge Schnack ; Johanna Sophie Lubasch ; Sarah Anna Katharina Uthoff ; Anna Zinkevich ; Milena von Kutzleben ; Sebastian Specht ; Markus Antonius Wirtz ; Olaf von dem Knesebeck ; Lena Ansmann
von Anna Zinkevich ; Sarah Anna Katharina Uthoff ; Markus Antonius Wirtz ; Jens Boenisch ; Stefanie Kalén Sachse ; Tobias Bernasconi ; Michael Feldhaus ; Lena Ansmann
Background: People with disabilities and without natural speech often rely on care provided by informal caregivers. The caregiving situation of these informal caregivers has been poorly researched. The objectives of the study are 1) to identify stressors, resources, and coping strategies among informal caregivers of people without natural speech and 2) to examine whether a complex intervention in augmentative and alternative communication (AAC) that is not primarily tailored to the needs of informal caregivers can reduce care-related burden. Methods: The main components of the AAC intervention were (1) initial counselling session, (2) 4 AAC training sessions, (3) 20 AAC therapy sessions and (4) accompanying case management. The control group received only the initial counselling session. Within a quasi-experimental intervention study, survey data on self-perceived burden (Burden Scale for Family Caregivers, BSFC-s) from n = 154 informal caregivers of people without natural speech were collected at three time points between June 2018 and April 2021 from a postal survey. Qualitative interviews with n = 16 informal caregivers were conducted. Results: Caregivers reported various stressors such as limited communication with the cared-for person and concerns about the living situation in adulthood. Diverse resources and effective coping strategies, which the caregivers refer to when dealing with stressors, could also be identified. Burden was significantly reduced in the intervention group compared to the control group. According to the results of the qualitative study, AAC use led to better communication skills and a reduction in behavioural problems and thus a decreased burden. Conclusions: The AAC intervention seems to have a positive impact on self-perceived burden. Linkages between intervention components and burden reduction as well as stressors and coping strategies could be identified and provide an evidence-based foundation for developing future holistic interventions for families with individuals without natural speech.
Hintergrund: Menschen mit Behinderungen, die über keine natürliche Lautsprache verfügen, sind häufig auf die Unterstützung durch informelle Pflegepersonen angewiesen. Die Pflegesituation dieser informellen Pflegepersonen ist bislang nur unzureichend erforscht. Die Ziele der Studie sind: 1) die Identifizierung von Stressoren, Ressourcen und Bewältigungsstrategien bei informellen Pflegepersonen von Menschen ohne natürliche Lautsprache sowie 2) die Untersuchung, ob eine komplexe Intervention im Bereich der Unterstützten Kommunikation (UK), die nicht primär auf die Bedürfnisse der Pflegepersonen zugeschnitten ist, die pflegebezogene Belastung verringern kann. Methoden: Die Hauptkomponenten der UK-Intervention bestanden aus: (1) einem ersten Beratungsgespräch, (2) vier UK-Trainingssitzungen, (3) 20 UK-Therapiesitzungen und (4) begleitendem Fallmanagement. Die Kontrollgruppe erhielt lediglich das erste Beratungsgespräch. Im Rahmen einer quasi-experimentellen Interventionsstudie wurden mittels einer postalischen Befragung zu drei Messzeitpunkten zwischen Juni 2018 und April 2021 Daten zur selbst wahrgenommenen Belastung (erfasst mit der „Burden Scale for Family Caregivers“, BSFC-s) von n = 154 informellen Pflegepersonen erhoben, die Menschen ohne natürliche Lautsprache betreuten. Zudem wurden qualitative Interviews mit n = 16 informellen Pflegepersonen geführt. Ergebnisse: Die Pflegepersonen berichteten über diverse Stressoren, wie etwa die eingeschränkte Kommunikation mit der betreuten Person sowie Sorgen bezüglich deren Lebenssituation im Erwachsenenalter. Ebenso konnten vielfältige Ressourcen und wirksame Bewältigungsstrategien identifiziert werden, auf die die Pflegepersonen im Umgang mit diesen Stressoren zurückgreifen. In der Interventionsgruppe verringerte sich die Belastung im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant. Den Ergebnissen der qualitativen Teilstudie zufolge führte der Einsatz von UK zu verbesserten kommunikativen Kompetenzen sowie zu einer Reduktion von Verhaltensauffälligkeiten und somit zu einer verringerten Belastung. Schlussfolgerung: Die UK-Intervention scheint einen positiven Einfluss auf die selbst wahrgenommene Belastung auszuüben. Es konnten Zusammenhänge zwischen den Interventionskomponenten und der Belastungsreduktion sowie zwischen Stressoren und Bewältigungsstrategien aufgezeigt werden; diese bilden eine evidenzbasierte Grundlage für die Entwicklung künftiger ganzheitlicher Interventionsangebote für Familien mit Angehörigen, die über keine natürliche Lautsprache verfügen. [Mit KI übersetzt]
BMC health services research London : BioMed Central, 2001 22(2022), Artikel-ID 1549, Seite 1-14 Online-Ressource
Die aktuelle Diskussion um Arbeitszeitverlängerungen orientiert sich oft ausschließlich an vermeintlich wirtschaftlichen Kriterien, ohne dabei mögliche gesundheitliche und soziale Effekte zu berücksichtigen. Mit zunehmender Dauer der Arbeitszeit steigt jedoch das Risiko für Beeinträchtigungen der Gesundheit und der sozialen Teilhabe der Beschäftigten deutlich an. Diese Ergebnisse können erstmalig übereinstimmend in mehreren verschiedenen großen deutschen und europäischen - für die Population der abhängig Erwerbstätigen repräsentativen - Stichproben gezeigt werden und sichern sich somit gegenseitig ab. Die Feststellung, dass eine Verlängerung der Arbeitszeiten mit einer deutlichen Erhöhung des gesundheitlichen und sozialen Beeinträchtigungsrisikos zusammenhängt, kann daher als valide und generalisierbar betrachtet werden. Diese Erkenntnisse sollten bei der Arbeitszeitgestaltung berücksichtigt werden, insbesondere im Hinblick auf die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten. <dt.>
Discussions concerning the extension of working hours are often focused on assumed economic benefits only, without taking into account possible negative effects on health and social well-being. The results of this study show consistently that with an increasing amount of weekly working hours the risk of health problems and reduced time for social participation increases. These findings could consistently be demonstrated in four extensive and representative samples of employed workers in Germany and the European Union and thus strongly support each other. The validity and generalizability of these results could therefore be considerably increased. Thus, work scheduling should be handled with due regard to health and social well-being of the employees. Extending working hours could otherwise easily lead to dysfunctional consequences both in terms of human safety and lost productivity for organizations. <engl.>