Creating and maintaining legitimacy is essential to enable the transition from a fossil-based to a green hydrogen-based production pathway in the steel industry. With the importance of the regional level in legitimation processes increasingly recognised, this paper aims to examine the processes that influence the regional legitimation of green hydrogen-based steelmaking. Given the lack of further insights into the regional legitimation of technologies in its multi-scalar character, we propose a framework that conceptualises regional technology legitimation as regionally embedded and further shaped by multi-scalar dynamics. Empirically, we draw on a single case study in Salzgitter, Germany, using qualitative content analysis of 19 expert interviews with relevant actors at regional, state, and national levels. Building upon our framework, our analysis identifies three types of processes: At the core are regionally embedded processes that (1) directly influence the embedding of green hydrogen-based steelmaking in regional institutions. As subsidiary legitimation processes, interactions with the regionally embedded legitimacy of (2) related technologies or (3) relevant actors indirectly influence its regional legitimation. These also interact with analogous supra-regionally embedded processes. Our findings suggest that green hydrogen-based steelmaking is embedded in regional institutional structures and largely supported by overarching dynamics. The regional legitimation is also influenced by interactions with the regionally embedded legitimacy of green hydrogen and the automotive industry, both of which are interdependent with supra-regional levels. Consideration of these multi-scalar interactions has been lacking in previous studies of regional technology legitimation and offers important insights for future research and policy making.
Die Entwicklungen hin zur schulischen Inklusion in Deutschland wurden im Staatenberichtsverfahren des Ausschusses der Vereinten Nationen für die Rechte von Menschen mit Behinderungen als unzureichend kritisiert. Deshalb untersucht diese Arbeit die institutionellen Wandlungsprozesse des Schulsystems im Zuge der seit 2009 rechtlich verankerten Inklusion von Schüler*innen mit Behinderung. Bisherige Forschungsergebnisse zu diesem Transformationsprozess zeigen institutionelle Pfadabhängigkeiten und Beharrungskräfte des historisch gewachsenen Förderschulsystems, die den Prozess hin zur Inklusion hemmen. Diese (neo-) institutionalistische Perspektive wird in dieser Arbeit mit dem feldtheoretischen Ansatz der strategischen Handlungsfelder von Fligstein und McAdam (2011, 2012a) erweitert, wonach die Strukturen des Feldes als Ergebnis des strategischen Handelns der Akteur*innen konzeptualisiert werden. Anders als in den bisherigen Untersuchungen ermöglicht dies den Einbezug der Aushandlung und der Machtdynamiken zwischen den Akteur*innen zur Erklärung für die strukturellen Entwicklungen. Am Beispiel des Bundeslandes Niedersachsen werden in der Arbeit die regulativen, normativen und kulturell-kognitiven Veränderungen im strategischen Handlungsfeld hin zur schulischen Inklusion über den Zeitraum von 2006 bis 2023 im Rahmen einer qualitativen Dokumentenanalyse untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass die inklusiven Strukturen auf regulativer und normativer Ebene durch die rechtliche Verankerung und Ausgestaltung und die Veränderungen der professionellen Rollen früh im Handlungsfeld institutionalisiert werden. Gleichzeitig bleibt die Struktur der Förderschulen trotz des normativen Anspruchs der Teilhabe am Schulsystem im Feld weitestgehend unverändert bestehen.Im Untersuchungszeitraum verschärft sich der Personalmangel im Handlungsfeld auch aufgrund der Doppelstruktur aus Inklusion und Förderschule, wobei die Akteur*innen die Förderschulen auf der kulturell-kognitiven Ebene mehrheitlich weiterhin als bestmögliches Fördersystem wahrnehmen, sodass der Abbau der bestehenden Strukturen kaum stattfindet. Insgesamt können durch die Analyse hemmende und treibende Faktoren in der Aushandlung um das Schulsystem identifiziert werden, die die regulativen, normativen und kulturell-kognitiven Strukturen und damit den Transformationsprozess beeinflussen. Damit leistet die Arbeit einen Beitrag in der Debatte um die Aushandlung der strukturellen Veränderungen im Bereich der schulischen Inklusion.