Binationale Dissertation der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und der Universität Groningen ; Dissertation Universität Oldenburg 2025 ; Dissertation Universität Groningen 2025
This dissertation investigates how previously learned languages influence learning a third language (L3). It focuses on how German-speaking learners of Dutch with English as their second language (L2) and English-speaking learners of Dutch with German as their L2 learn Dutch. Language transfer occurs, for example, when learners apply grammatical rules from their first or second language to their third language. Two main theories predict this transfer: the L2 Status Factor Hypothesis suggests transfer mainly comes from the L2, while the Typological Primacy Model proposes transfer depends on how similar the languages are to the L3. We tested these theories using superlatives and verb clusters in Dutch. Dutch allows two forms for each construction: • Superlative: natuurlijkste and meest natuurlijke ("the most natural") • Verb cluster: gedroomd heeft and heeft gedroomd ("has dreamed") By contrast, German allows only natürlichste and geträumt hat, while English allows only most natural and has dreamed. Experiments on sentence comprehension and production revealed that neither theory fully explains transfer patterns. Instead, transfer seems to depend on factors such as language proficiency, instruction, and construction frequency. This supports an alternative model, the Scalpel Model, which considers multiple influences beyond language similarity or order of language learning. Our findings show that transfer varies depending on the grammatical structure. We also observed no major differences between how learners process and produce sentences. This research provides insights into teaching Dutch as an L3 in German- and English-speaking regions.
Diese Dissertation untersucht, wie zuvor gelernte Sprachen das Lernen einer dritten Sprache (L3) beeinflussen. Sie konzentriert sich darauf, wie deutschsprachige Lernende des Niederländischen mit Englisch als zweite Sprache (L2) und englischsprachige Lernende des Niederländischen mit Deutsch als L2 Niederländisch lernen. Sprachtransfer tritt zum Beispiel auf, wenn Lernende grammatische Regeln aus ihrer ersten oder zweiten Sprache auf ihre dritte Sprache anwenden. Zwei Haupttheorien sagen diesen Transfer voraus: Die L2 Status Faktor Hypothese geht davon aus, dass Transfer hauptsächlich aus der L2 kommt, während das Typological Primacy Model davon ausgeht, dass Transfer davon abhängt, wie ähnlich die Sprachen der L3 sind. Wir haben diese Theorien anhand von Superlativen und Verbclustern im Niederländischen getestet. Das Niederländische erlaubt zwei Formen für jede Konstruktion: • Superlativ: natuurlijkste und meest natuurlijke („the most natural“) • Verbcluster: gedroomd heeft und heeft gedroomd („has dreamed“) Im Gegensatz dazu erlaubt das Deutsche nur natürlichste und geträumt hat, während das Englische nur most natural und has dreamed erlaubt. Experimente zum Satzverständnis und zur Sprachproduktion zeigten, dass keine der beiden Theorien die Transfermuster vollständig erklärt. Stattdessen scheint Transfer von Faktoren wie Sprachkompetenz, Instruktion und Konstruktionshäufigkeit abzuhängen. Dies unterstützt ein alternatives Modell, das Scalpel Model, das mehrere Einflüsse berücksichtigt, die über Sprachähnlichkeit oder Reihenfolge des Spracherwerbs hinausgehen. Unsere Ergebnisse zeigen, dass Transfer je nach grammatischer Struktur variiert. Wir beobachteten außerdem keine größeren Unterschiede darin, wie Lernende Sätze verarbeiten und produzieren. Diese Arbeit liefert Einblicke in den Unterricht des Niederländischen als L3 im deutsch- und englischsprachigen Raum.
Empirical and theoretical approaches to language acquisition Newcastle upon Tyne : Cambridge Scholars Publishing, 2024 (2024), Seite 144-168 vii, 386 Seiten