International journal of language & communication disorders London [u.a.] : Wiley-Blackwell, 1998 60(2025), 6, Artikel-ID e70136, Seite 1-18 Online-Ressource
Die gleichberechtigte Partizipation ist ein Grundrecht aller Kinder und kann im Sinne der ICF als „das Einbezogensein in eine Lebenssituation“ (WHO 2005, 16) definiert werden Aktuelle Forschungserkenntnisse zeigen jedoch, dass Kinder mit Entwicklungsbeeinträchtigungen in verschiedenen Bildungskontexten, auch in Kindertageseinrichtungen (Kitas), weniger partizipieren als ihre Peers Vor diesem Hintergrund werden im vorliegenden Beitrag Maßnahmen präsentiert, wie ihre Partizipation im inklusiven Kita-Alltag gefördert werden kann Dabei gilt es, sowohl personen- und umweltbezogene Einflussfaktoren zu berücksichtigen, als auch verschiedene Aktivitäten, wie z.B. das Freispiel, und Interaktionen mit Fachkräften und Peers so zu gestalten, dass alle Kinder unabhängig von ihren individuellen Fähigkeiten und Voraussetzungen selbstbestimmt teilhaben können
Rehabilitationspädagogik Bad Heilbrunn : Verlag Julius Klinkhardt, 2025 (2025), Seite 117-128 1 Online-Ressource (395 Seiten)
Die gleichberechtigte Partizipation an früher Bildung ist ein Recht aller Kinder. Studien zeigen jedoch, dass Kinder mit Entwicklungsbeeinträchtigungen weniger am inklusiven Kita-Alltag teilhaben als ihre Peers ohne Beeinträchtigungen. Um Barrieren zu identifizieren und gezielte Fördermaßnahmen abzuleiten, ist eine strukturierte Erfassung ihrer Partizipation (im Sinne von Teilhabe an einer Lebenssituation) erforderlich. Basierend auf einem systematischen Review wurden sechs Beobachtungsinstrumente identifiziert, die die Partizipation von Kindern mit Entwicklungsbeeinträchtigungen in verschiedenen Aktivitäten und Interaktionen im inklusiven Kita-Alltag erfassen. Die Verfahren werden kriteriengeleitet analysiert – auch im Hinblick auf die erfassten Teilkonstrukte von Partizipation – und Forschungs- und Praxisimplikationen abgeleitet.
In Deutschland gibt es eine hohe Anzahl von Kindern, die erst in der Kindertageseinrichtung (Kita) systematischen Kontakt zur Umgebungssprache erhalten. Zur Untersuchung der Sprachentwicklung ein- und mehrsprachiger Kinder wird die Spontansprachanalyse empfohlen, welche im Hinblick auf Erwerbsmeilensteine ausgewertet wird. Das Wissen darüber, wie sich die syntaktische Komplexität von Kindern in ihrer Zweitsprache Deutsch entwickelt, ist allerdings noch lückenhaft. Im vorliegenden Buch wird eine Studie zur Produktion komplexer Sätze von 21 vier- bis sechsjährigen Kindern im Zweitspracherwerb während einer dialogischen Bilderbuchbetrachtung vorgestellt. Analysiert wurden die Produktion unterschiedlicher Satztypen sowie Zusammenhänge zwischen ihrer Produktion und Einflussfaktoren des Zweitspracherwerbs. Die Ergebnisse tragen zur Identifikation potenziell relevanter Parameter für die Untersuchung des Erwerbs syntaktischer Strukturen von Kindern im Vorschulalter bei. Die AutorInen Edith Beaulac promoviert und forscht am Institut für Sonderpädagogik der Stiftung Leibniz Universität Hannover. Dr. Aleksandra Kappenberg lehrt und forscht am Institut für Sonder- und Rehabilitationspädagogik der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Prof. Dr. Ulla Licandro lehrt und forscht am Institut für Sonder- und Rehabilitationspädagogik der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.
Die Entwicklungen hin zur schulischen Inklusion in Deutschland wurden im Staatenberichtsverfahren des Ausschusses der Vereinten Nationen für die Rechte von Menschen mit Behinderungen als unzureichend kritisiert. Deshalb untersucht diese Arbeit die institutionellen Wandlungsprozesse des Schulsystems im Zuge der seit 2009 rechtlich verankerten Inklusion von Schüler*innen mit Behinderung. Bisherige Forschungsergebnisse zu diesem Transformationsprozess zeigen institutionelle Pfadabhängigkeiten und Beharrungskräfte des historisch gewachsenen Förderschulsystems, die den Prozess hin zur Inklusion hemmen. Diese (neo-) institutionalistische Perspektive wird in dieser Arbeit mit dem feldtheoretischen Ansatz der strategischen Handlungsfelder von Fligstein und McAdam (2011, 2012a) erweitert, wonach die Strukturen des Feldes als Ergebnis des strategischen Handelns der Akteur*innen konzeptualisiert werden. Anders als in den bisherigen Untersuchungen ermöglicht dies den Einbezug der Aushandlung und der Machtdynamiken zwischen den Akteur*innen zur Erklärung für die strukturellen Entwicklungen. Am Beispiel des Bundeslandes Niedersachsen werden in der Arbeit die regulativen, normativen und kulturell-kognitiven Veränderungen im strategischen Handlungsfeld hin zur schulischen Inklusion über den Zeitraum von 2006 bis 2023 im Rahmen einer qualitativen Dokumentenanalyse untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass die inklusiven Strukturen auf regulativer und normativer Ebene durch die rechtliche Verankerung und Ausgestaltung und die Veränderungen der professionellen Rollen früh im Handlungsfeld institutionalisiert werden. Gleichzeitig bleibt die Struktur der Förderschulen trotz des normativen Anspruchs der Teilhabe am Schulsystem im Feld weitestgehend unverändert bestehen.Im Untersuchungszeitraum verschärft sich der Personalmangel im Handlungsfeld auch aufgrund der Doppelstruktur aus Inklusion und Förderschule, wobei die Akteur*innen die Förderschulen auf der kulturell-kognitiven Ebene mehrheitlich weiterhin als bestmögliches Fördersystem wahrnehmen, sodass der Abbau der bestehenden Strukturen kaum stattfindet. Insgesamt können durch die Analyse hemmende und treibende Faktoren in der Aushandlung um das Schulsystem identifiziert werden, die die regulativen, normativen und kulturell-kognitiven Strukturen und damit den Transformationsprozess beeinflussen. Damit leistet die Arbeit einen Beitrag in der Debatte um die Aushandlung der strukturellen Veränderungen im Bereich der schulischen Inklusion.